Donnerstag, 19. Oktober 2017

Softshelljacke Lillesol & Pelle No 21 mit Ärmelanpassung

stitchydoo: Softshelljacke Lillesol & Pelle No 21

Heißgeliebt und in der vergangenen Woche bereits im Dauereinsatz, ist meine neue Softshelljacke. Genäht habe ich sie nach dem Schnittmuster No 21 von Lillesol & Pelle* und zwar in der Stars-Version, mit Reißverschlussuntertritt, seitlichen Reißverschlusstaschen und Gummikordel in der Kapuze. In Sachen Softshell bin ich bei Stoff und Stil fündig geworden. Grau meliert mit schwarzer Fleece-Rückseite - da kann man doch nichts falsch machen.

stitchydoo: Softshelljacke Lillesol & Pelle No 21

Da ich weder Zeit noch Stoff für eine Probevariante habe, habe ich vorab penibelst Maß genommen. Anhand der Maßtabelle des Schnittmusters suchte ich mir die für mich passende Größe heraus und achtete dabei auch darauf, dass die Jacke noch genug Luft für einen dicken Pulli bietet. Da ich üblicherweise an den Oberarmen etwas mehr Weite benötige und der Softshell nicht sehr dehnbar ist, habe ich auch hier akribisch vermessen. Angaben zur Oberarmweite sind in der Maßtabelle nicht aufgeführt, so dass ich die Schnitteile erst ausgeschnitten und dann auch den zweiteiligen Ärmel ausgemessen habe. Wie erwartet fiel dieser für mich etwas knapp aus.

Im Internet bin ich dann auf diverse Anleitungen gestoßen, wie man im Ärmelschnittmuster die Oberarmweite anpassen kann und nahm die nötigen Änderungen nach folgendem Prinzip vor. In der Theorie sollte nun also alles passen. Auftrennen ist bei Softshell keine wirklich gute Option und erst gar nicht, wenn man nach jedem Arbeitsschritt die Nähte fein säuberlich absteppt.

Die einzig weitere Anpassung, die ich vorgenommen habe, betrifft die Saumzugaben. Hier habe ich großzügig 6 anstelle der angegebenen 3 cm zugegeben, was sich letztlich als goldrichtig erwies. Ärmel dürfen bei mir lieber etwas zu lang, aber niemals zu kurz sein.

stitchydoo: Softshelljacke Lillesol & Pelle No 21
Der Softshell ließ sich wunderbar vernähen. Ganz wichtig, was ich zuvor auch in den umfangreichen Tipps zum Vernähen von Softshell bei farbenmix gelesen hatte, ist die Verwendung einer neuen Nähmaschienennadel. Beim ersten Testlauf ließ meine Maschine nämlich promt Stiche aus. Mit einer neuen 90er Nadel lief dann alles wie am Schnürchen.

Die Jacke ist nicht gefüttert und wird innen daher mit Belegen verarbeitet. In der Anleitung wird darauf hingewiesen, dass - besonders wenn man sich für den Reißverschlussuntertritt entscheidet - im Bereich des Reißverschlusses einige Lagen Material zu bezwingen sind. Ich meine, wenn man die Nahtzugaben mit berücksichtigt, sind es sogar noch einige mehr als angegeben. Darum sollte man vorab unbedingt testen, ob die Maschine sich durch so viele Schichten des doch recht dicken Stoffs arbeiten kann. Alternativ wird empfohlen, den Untertritt und/oder die innenliegenden Belege aus einem dünneren Material zu fertigen. Ich wollte auf Nummer Sicher gehen, auf die Belege aus Softshell jedoch nicht verzichten, und entschied mich somit dafür, den Untertritt aus Webware zu nähen. Diesen habe ich zusätzlich aber mit einer sehr leichten Bügeleinlage verstärkt.

Ebenso aus Webware habe ich das vordere Futter der Taschen gearbeitet. Der hintere Taschenbeutel ist aus Softshell und zwar so rum verarbeitet, dass die wärmende Fleece-Rückseite innen liegt.

stitchydoo: Softshelljacke Lillesol & Pelle No 21


Die Schnittteile sind vorab alle mit der Overlock versäubert und mit einem normalen Geradstich zusammengenäht. Die Nahtzugaben habe ich auseinandergelegt und bis auf die Unterarmnaht alle Nähte links und rechts der Naht abgesteppt. Das ist zwar etwas aufwändiger, aber das Ergebnis überzeugt. Etwas kniffelig war, wegen der vielen Stofflagen, zum Ende hin dann noch das Absteppen des Reißverschlusses. Hier stellte sich heraus, dass ich mit dem Untertritt aus Baumwollstoff alles richtig gemacht hatte. Ein paar Fehlstiche ließen sich an dieser Stelle leider nicht vermeiden, vielleicht war aber auch die Nähmaschienennadel inzwischen schon wieder zu sehr beansprucht. Über die ausgelassenen Stiche habe ich punktuell einfach noch einmal drüber genäht und sie damit quasi unsichtbar gemacht.

stitchydoo: Softshelljacke nähen - Lillesol & Pelle No 21


Was bleibt mir jetzt noch zu sagen? Wie anfangs geschrieben, habe ich die Jacke bereits seit zwei Wochen im Dauereinsatz. Sie passt, sitzt und trägt sich super angenehm. Einziges Manko, ich finde die Kragenweite etwas beengend, wenn ich den Reißverschluss komplett bis obenhin zuziehe. Dennoch freue ich mich, dass die Modifikation der Ärmelweite so super hingehauen hat und ich mir mit dem angepassten Schnittmuster nun ohne zusätzliche Experimente und Änderungen zukünftig eine weitere, gut sitzende Jacke nähen kann. Und wer weiß, vielleicht legt sich nun, wo ich wieder etwas in Sachen Schnittmusteranpassung gelernt habe, auch meine grundsätzliche Scheu vor Schnittmustern, die für nicht-dehnbaren Stoffe konzipiert sind.

Macht's gut!
Katherina

Verlinkt bei: RUMS


Bei den mit * markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Solltest du auf den verlinkten Shopseiten etwas kaufen und bist über die Empfehlung auf meinem Blog dorthin gelangt, erhalte ich vom Anbieter dafür eine kleine Provision.

Kommentare:

  1. Wow, herzlichen Glückwunsch zur neuen Jacke!
    Sieht wunderschön und professionell aus.
    Erst gestern hatte ich woanders bereits kommentiert: Ich. brauche. auch. so. eine. Jacke.
    Allein vor der Arbeit graut mir noch..
    Liebe Grüße,
    Sandra

    AntwortenLöschen
  2. So eine schöne Jacke und super das du deine Anpassungen erklärt hast. Liebe Grüße Ingrid

    AntwortenLöschen

Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, hier zu kommentieren! Ich freue mich sehr über dein Feedback!

Herzliche Grüße
Katherina